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Frauennati: Grosse Herausforderung für junges Team

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Der schwierige letzte Schritt von Biel

02/04/2019 07:51:23Planète Hockey / KN   Quelle : SDA-ATSArtikel 237 Mal gesehen
© Foto Mauricette Schnider

Kann Biel Meister werden? Sind die Seeländer nicht nur ein gutes, sondern ein grosses Team? Der weitere Verlauf der Playoff-Halbfinals gegen Bern wird Antworten auf diese Fragen liefern.

Stolz dürfen die Bieler schon lange sein. In den letzten 20 Jahren verbesserten sie sich nach finanziellen Schwierigkeiten und einer Sanierung zuerst zu einer guten, dann zu einer dominanten NLB-Mannschaft. Vor elf Jahren die Rückkehr in die NLA. Danach die grosse Angst vor dem schnellen Wiederabstieg: Zweimal schaffte Biel erst im siebenten Spiel der Ligaqualifikation den Klassenerhalt.

Eine Relegation hätte die Pläne für das neue Stadion wohl gebodigt. Aber der Aufstieg ging weiter: 2012 qualifizierten sich die Bieler erstmals seit 1993 für die Playoffs der höchsten Liga, vor einem Jahr erreichten sie die Halbfinals, im vergangenen Herbst wurden sie von Experten bei Prognosen auf Platz 1 gesetzt, und der EHC Biel-Bienne zelebriert sein feines Hockey seit vier Jahren in der neuen Arena.

Auf Augenhöhe mit Spitzenklubs

Die Seeländer stehen sportlich und wirtschaftlich mittlerweile auf Augenhöhe mit Bern, Zürich, Zug oder Lugano. Sie verfügen über Donatoren, die jährlich fast vier Millionen Franken einschiessen. Der Nachwuchs zählt zu den besten im Land - mit Janis Moser, Valentin Nussbaumer und Ramon Tanner besitzt Biel derzeit die Rechte an drei der grössten Schweizer U20-Talente. Auch auf dem Transfermarkt feiert der Verein Erfolge. Es kamen in den letzten Jahren nicht nur alternde Stars wie Jonas Hiller, Beat Forster oder Damien Brunner, sondern mit Damien Riat auch einer, der überall hätte unterschreiben können. Mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren gehört Biel zu den jüngsten vier Teams der National League.

Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt auf dem Eis. "Ja, es ist schon so", sagt auch Captain Mathieu Tschantré (34) am Samstagabend nach der ersten Niederlage gegen Bern. "Eine grosse Mannschaft sind wir erst, wenn wir den Final erreichen." Tschantré erlebte als Spieler den gesamten Bieler Aufstieg mit. Er war nie für einen anderen Klub tätig.

Der Einbruch 2018

Schon vor einem Jahr hatte Biel die Finalqualifikation vor Augen. In der Halbfinalserie gegen Lugano lagen die Seeländer mit 2:0 Siegen vorne. In Spiel 3 führten sie vor heimischem Publikum bis zur 27. Minute 3:0. Ein Shorthander (Tor in Unterzahl) Luganos durch Sébastien Reuille leitete die Wende ein: Biel verlor nicht nur Spiel 3 mit 3:6, sondern viermal hintereinander - der Traum vom Final platzte zum ersten Mal.

Natürlich kamen letzten Samstag nach dem 2:6 in Bern in der dritten Partie bei den Bieler Akteuren Erinnerungen hoch. Sie werden verdrängt. Die Serien liessen sich nicht miteinander vergleichen. Vor einem Jahr habe man das dritte Spiel im eigenen Stadion verloren, deshalb sei ohnehin alles anders. Und man habe aus dem letzten Jahr gelernt. Das sagten die Spieler.

Auch Martin Steinegger, der Sportchef, der aus seinen Jahren mit dem SC Bern weiss, wie man Meister wird, lässt Vergleiche nicht zu: "Vor einem Jahr waren wir schon nach der Qualifikation für die Halbfinals euphorisiert. Als wir gegen Lugano 2:0 führten, verloren wir den Kopf. Diesmal haben wir die gewonnene Viertelfinalserie nicht gefeiert. Der Fokus liegt auf höherem. Ich gehe sogar davon aus, dass uns die Erfahrung aus dem Vorjahr helfen wird. Sie ist keine Belastung." Steinegger sagt aber auch, dass das vierte Spiel vom Dienstag wichtig sei, weil "wir zeigen müssen, dass wir in der Lage sind, auf die Niederlage in Bern zu reagieren".

"Das Maximalmögliche"

Der EHC Biel verfügt zweifellos über die Routine für heikle Situationen in grossen Playoff-Schlachten. Jonas Hiller (37), Beat Forster (36), Anssi Salmela (34), Damien Brunner (33) und Tschantré haben in ihren langen Karrieren schon zuviel erlebt, als dass sie sich von einer Niederlage aus dem Konzept werfen liessen. Für die Routiniers sind die Playoffs in diesem Frühling womöglich auch eine der letzten Chancen auf ein grosses Hurra im Spätherbst ihrer Karriere - auch wenn alle auch nächste Saison in Biel weiterspielen.

"Es ist sicher richtig, dass ein paar unserer Spieler nicht mehr viele Chancen auf Titel bekommen werden", so Martin Steinegger. "Aber stehen sie deswegen unter grösserem Druck? Ich denke nicht. Wir haben in Biel bislang nie vom Titel fabuliert. Unser Ziel Anfang Saison war ein Platz unter den ersten sechs. Und jetzt? Jetzt wollen wir natürlich das Maximalmögliche."

Eine gewonnene Playoff-Serie gegen den grossen SC Bern käme dem schon sehr nahe. Die Bieler stehen sozusagen vor der ersten Meisterprüfung.

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