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National League: Geyer: "Ein Rad griff in das andere"

27/04/2018 07:52:39Planète Hockey / KN   Quelle : SDA-ATSArtikel 764 Mal gesehen
© Foto Mauricette Schnider

Die Rapperswil-Jona Lakers sind dank einer unglaublichen Charakterleistung zurück in der National League. Routinier Cyrill Geyer sprach von der speziellsten Mannschaft, die er je erlebt habe.

Noch um 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen war der Hauptplatz in Rapperswil gut gefüllt, feierten die zahlreich erschienenen Fans ausgelassen ihre Helden. Es war zu spüren, wie sehr sie die Rückkehr ins Oberhaus nach drei Jahren in der Swiss League herbeigesehnt hatten. Routinier Cyril Geyer nahm die Worte "unglaublich, einmalig und wunderschön" in den Mund. Gleichzeitig war es für den 37-jährigen Verteidiger ein Abschied, hört er doch nach 968 Partien in den höchsten beiden Ligen der Schweiz auf und wird bei den Lakers Nachwuchstrainer.

Geyer wechselte 2002 von Chur zu Rapperswil-Jona und hielt den St. Gallern seither die Treue. Diese wurde nun mit dem perfekten Ende belohnt, denn die Lakers erreichten sämtliche Ziele. Anfang Februar hatten sie schon die Cup-Trophäe in die Höhe gestemmt. "Während der ganzen Saison griff ein Rad in das andere", sagte Geyer. Er habe in seiner gesamten Karriere nie eine solch spezielle Mannschaft erlebt.

Tatsächlich verdient es allerhöchste Anerkennung, auf welche Art die Lakers aufgestiegen sind. Nachdem sie in der Ligaqualifikation ein 2:0 nach Siegen verspielt und in der fünften Partie 49 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit trotz einer Strafe gegen Kloten den Ausgleich kassiert und danach in der Verlängerung
verloren hatten, sprach nur noch wenig für die St. Galler. Sie zeigten jedoch eine enorme Willensleistung und schafften noch die Wende. Kloten hätte zwar über mehr individuelle Klasse verfügt. "Wir waren aber ein Team, das zusammenhielt und alles für diesen Erfolg gab", so Geyer. "Wir verdienten und erarbeiteten uns das Glück."

Die Rückkehr in die National League ist der Beweis dafür, dass die Lakers nach dem Abstieg 2015 die richtigen Schlüsse gezogen und die Relegation als Chance gesehen haben. "Es wurden Leute an Bord geholt, die für den Klub stehen", erklärte Geyer. "Das waren erste wichtige Entscheide." Die Stelle als Geschäftsführer erhielt der langjährige Rapperswiler Spieler Markus Bütler, was sich als Glücksfall entpuppte. So holte sich der Verein jenen Goodwill zurück, den er zuvor verspielt hatte.

Der Mix stimmte

Nachdem die Lakers in den beiden vergangenen Jahren im Playoff-Final an Ajoie (2:4) respektive Langenthal (3:4) gescheitert waren, wurde das Team auf diese Saison hin geschickt verstärkt, unter anderen mit dem mittlerweile 40-jährigen Sven Lindemann, der schon vor drei Jahren mit den SCL Tigers (gegen Rapperswil-Jona) aufgestiegen war. Dadurch stimmte der Mix aus jungen und erfahrenen Akteuren. Es kristallisierte sich eine Leader-Gruppe aus sieben, acht Spielern heraus, welche die übrigen Teammitglieder führte, wobei diese "voll mitmachten" (Geyer).

Ohnehin ist es für Trainer Jeff Tomlinson gemäss Geyer "das A und O, dass alle in die gleiche Richtung ziehen". Deshalb holten die Verantwortlichen nur Spieler, die in die Mannschaft passten. Was
ist die grösste Stärke von Tomlinson? "Er ist eine Respektsperson, der viel mit den Spielern kommuniziert, klare Angaben macht und Leitplanken setzt", sagte Geyer.

In der nächsten Saison wird aber ein anderer Wind wehen, das ist jedem bewusst. Deshalb muss die Mannschaft weiter gezielt verstärkt werden - umso mehr, als Michael Hügli und Rajan Sataric zum EHC
Biel wechseln. Bereits verpflichtet ist Verteidiger Cédric Hächler. Die Basis für eine positive Zukunft ist jedoch gelegt. Und wer weiss, vielleicht gibt es ja schon bald wieder einen Grund für eine Feier auf dem Hauptplatz in Rapperswil.
 

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