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Swiss Ice Hockey Cup: Duell Meister gegen Meister

11/10/2019 10:13:12Planète Hockey / KN   Quelle : SIHFArtikel 2 319 Mal gesehen
© Foto Mauricette Schnider

Diese Konstellation dürfte einmalig sein und bleiben: Im Cup-1/8-Final stehen sich mit dem SC Bern und dem SC Langenthal nicht nur der Meister der National League sowie der Meister der Swiss League gegenüber – die beiden Clubs stammen auch gleich noch aus demselben Kanton.

«Meine Aufgabe ist es, Philip Wüthrich so vorzubereiten, dass er das Spiel seines Lebens macht», blickt SCL-Goalie-Trainer und Co-Sportchef Marc Eichmann auf die illustre 1/8-Final-Begegnung.

Er gehört zu jenen Athleten, die mit beiden Teams Meister geworden sind. Bereits mehrere Langenthal-Akteure wurden sowohl mit dem SC Bern wie auch mit dem SCL Meister: Stefan Tschannen, Marc Eichmann, Jeff Campbell und Philip Wüthrich (der junge Torhüter gehört dem SCB und ist während der ganzen Saison an den SCL ausgeliehen). Den umgekehrten Weg ging Marc Kämpf, der zuerst mit dem SCL und dann mit dem SCB den Titel eroberte.

«Eine unglaubliche Euphorie»

Diese Cup-Begegnung gab es schon einmal: 2015 setzte sich der SCB im 1/16-Final gegen den SCL mit 3:2-Toren durch. Der SCL führte bereits nach 75 Sekunden mit 1:0, später gelang das Erhöhen auf 2:0 – der Ausgleich gelang den Stadtbernern erst kurz vor der zweiten Pause. Marc Eichmann agierte damals noch als SCL-Goalie, war jedoch in dieser Partie verletzt. «Kulisse und Euphorie waren damals unglaublich. Die Partie war eng, wir verkauften unsere Haut teuer.»

Das soll auch jetzt wieder so sein. «Die Vorfreude ist wieder riesig, bei den Spieler und der Geschäftsstelle. Wir kennen den Gegner aus dem Berner Cup, es wird eine riesige Challenge.»

Über die Favoritenrolle müsse man sich nicht lange unterhalten, «aber wir arbeiten hart und wir werden unsere Chancen erhalten. Sie gehen als klarer Favorit ins Spiel, wir als Underdog. Doch der Cup ist da um Überraschungen zu schaffen. Über eine Serie wäre der Fall klar, aber in einem einzelnen Spiel gibt es immer eine Möglichkeit.»

Es sei eine cool Affiche, «ich kenne auf beiden Seiten Leute, es gibt ein Hockeyfest zum Geniessen. In Bern hatte ich gute Jahre mit einem Meistertitel. Nun gibt es die einmalige Chance, Werbung zu machen, die wollen wir packen.»

«Ich war immer ein Befürworter»

«Ich war immer ein grosser Befürworter des Cups», sagt SCL-Sportchef Kevin Schläpfer. «Für die kleinen Clubs ist er essentiell wichtig, sie profitieren.» Für den SC Langenthal gehöre der Cup zu den Highlights der Saison. «Das zeichnet den Cup aus – die Grossen können nur verlieren.»

Vor dem Spiel gegen Bern rechnet er mit einer 50:50 Chance. «Sie sind zwar Favorit, doch das ist unsere Chance. Und weil der ‘Obere’ nur verlieren kann, ist genau das unsere Chance.»

«Vor und nächhär ufem Schore-Hoger»

Für das Duell wurde eigens eine Projektgruppe gegründet, mit Vertretern der Kunsteisbahn, Gastro-Partner «Wälchli Feste», dem SCL und SCL-nahen Personen. Projektleiter ist Peter Zulauf, der ansonsten als Leiter der Geschäftsstelle und Vorsitzender der Geschäftsleitung des SCL agiert. «Wir erwarten ein volles Stadion mit 4002 Zuschauern, ein Hockeyfest, ein friedliches und intensives Hockeyspiel und das unsere Gästefans in das Volksfest integriert sind.»

Dadurch soll «ein Erlebnis für die ganze SCL-Familie entstehen.» Bereits jetzt sind sämtliche Logen im Stadion ausverkauft. «Beim Spiel Meister gegen Meister trifft man sich vor und nach dem Match auf dem Schore-Hoger.» Und dazwischen «wollen wir von unserer Seite her ein spannendes und intensives Spiel sehen, wir wollen unsere Chancen nutzen und zuletzt gewinnt der bessere auf dem Eis.»

Kein Trainingsverbot für Henauer

Es sei «cool» gegen Bern zu spielen, «Bern ist DAS Team der letzten Jahre», bilanziert SCL-Verteidiger Yves Müller. Im Prinzip sei der Cup der einfachste Weg einen Titel zu holen. Es braucht fünf Siege. «Als Swiss League Team den Titel zu holen wäre cool.»

Die SC Rapperswil-Jona Lakers sind die erste Mannschaft seit der Wiedereinführung des Cups, denen dies gelungen ist. «Wir wissen aber, was sie für ein Team sind. Wir müssten unseren besten Tag haben und sie einen schlechten.»

Ein ganz besonderes Spiel ist die Cup-Begegnung für Verteidiger Mika Henauer, der eigentlich im SCB unter Vertrag ist, aber der mit B-Lizenz an den SCL ausgeliehen ist. «Den ganzen Sommer über trainierte ich mit Bern und auch heute bin ich einmal pro Woche im Training in Bern.» Henauer hält fest, «dass sie Meister sind, sie sind aber nicht übermächtig. Wir probieren mitzuspielen, es kann alles passieren. Wir dürfen nicht zu viel Respekt haben und schauen, was passiert.»

Ein vorübergehendes Trainingsverbot aus Spionagegründen sei aber nicht ausgesprochen worden. «Ich sprach mit den Mitspielern von Bern über den Match, sie freuen sich ebenfalls auf den Cup. Für mich ist es eine spezielle Situation, da ich beide kenne. Es ist eine gute Chance, mich zu zeigen.»

«Von der Tagesform abhängig»

Witzig für SCL-Captain Stefan Tschannen, der einst mit dem SCB den Titel holte, ist, dass Beat Gerber schon 2004 – damals an seiner Seite – beim SCB war. «Er ist noch 2019 da, nun spielen wir gegeneinander, das ist interessant.»

Man freue sich auf diesen Gegner, «und wir hoffen, dass wir mithalten und für eine Überraschung sorgen können. Beim ersten Cup-Spiel gegen Bern haben wir zwar verloren, aber es war ein gutes Spiel, wir konnten gut mithalten, es waren viele Leute da, die Stimmung war stark, es soll wieder so sein.»

Betreffend Chancen müsse man realistisch sein, «Bern ist sicher übermächtig, aber wir haben gegen Lugano bewiesen, dass wir mitspielen können. Lugano spielte damals mit dem ganzen Team; es ist von der Tagesform abhängig.» 2016 hatte der SCL im 1/8-Finale mit 5:1 gewonnen.

Einmal als Spieler, einmal als Trainer

SCL-Trainer Jeff Campbell lernt die SCB-Cup-Begegnung von zwei Seiten kennen: Im ersten Duell war er noch Spieler, «Brent Kelly schoss damals das erste Tor, wir führten 1:0. Für mich war es das erste Spiel gegen ein Team aus der höchsten Spielklasse, da ich beim Spiel gegen Ambrì in der Liga-Qualifikation verletzt war. Die Atmosphäre war grossartig, die ganze Stadt freute sich darauf.»

Als Trainer habe er nun eine ganz andere Rolle, «damals war die Herausforderung eher physischer Natur. Nun geht es für mich darum, einen Plan zu schmieden, wie wir gewinnen können. Als Coach schaut man viel mehr auf das andere Team denn als Spieler. Wir sind zwar der Underdog, doch aus der Vergangenheit wissen wir, dass wenn wir smart spielen, wir Druck auf die anderen Mannschaften ausüben können. So wie gegen 2016 gegen Lugano und Kloten, als wir früh scorten. Für das andere Team steigt dann die Herausforderung von Minute zu Minute.»

«Mit Freude ‘hockeylä’»

«Wir freuen uns auf das Los», sagt Vincenzo Küng, der Berner Oberländer in Diensten des SC Langenthal. «Es ist cool, gegen den Meister zu spielen, sie sind hier im Kanton der absolut grösste Hockey-Club. Wir freuen uns, dass sie kommen.»

Es gelte das beste Hockey spielen. «Die Möglichkeit zu gewinnen ist immer da, auch wenn wir viele junge Spieler haben. Es geht darum, mit Freude ‘z hockeylä’.»

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